Last Chance Harvey: Die späte Liebe zu einem Film

•28. November 2009 • Kommentar verfassen

Manche Filme sieht man einmal und liebt sie von da an abgöttisch. Dann gibt es aber auch Filme, die muss man zwei-, dreimal sehen, um sich mit ihnen anzufreunden, und irgendwann stellt man fest, dass man diese dann ganz automatisch mit unter „Lieblingsfilme“ angibt. So ein Film ist Last Chance Harvey (dt.: Liebe auf den zweiten Blick). Ein halbes Jahr lang habe ich auf diesen Film gewartet, da ich sowohl Emma Thompson als auch Dustin Hoffman großartig finde, und die beiden zusammen seit Stranger Than Fiction eines meiner Traumpaare sind. Und jetzt sollten sie also zusammen in einer romantischen Komödie mitspielen – nicht gerade mein Lieblingsgenre, aber trotzdem waren meine Erwartungen an den Film recht hoch. Diese wurden dann im Kino allerdings ziemlich enttäuscht – die Story war weit hergeholt, es gab einige Szenen, die einfach nicht reinpassten, und die Dialoge klangen viel zu hölzern. Einzig die beiden Schauspieler waren wie zu erwarten großartig. Und weil ich nun mal meine Emma Thompson-Sammlung komplett haben will, habe ich mir dann irgendwann die DVD gekauft. Meine Vermutung im Kino war damals gewesen, dass zumindest die Dialoge im Englischen deutlich besser sein könnten und da einfach nur die Synchro-Abteilung Mist gebaut hatte. Also habe ich den Film zu Hause dann im Original gesehen, und da gefiel mir das Ganze schon ein deutliches Stück besser. Dann habe ich ihn nochmal gesehen, da ich unheimlich auf Audiokommentar-Tonspuren stehe. Und dann habe ich ihn noch einmal gesehen, da mir der Sinn nach einem kitschigen Happy End stand.

Und dann war ich soweit, diesen Film in die Riege meiner Lieblingsfilme aufzunehmen. Ich sehe ihn immer noch nicht als Meilenstein der Filmgeschichte an und einige Szenen stören mich immer noch, aber es gibt Szenen, die machen das wett – wenn ich Emma Thompson und Dustin Hoffman in der Morgendämmerung vor diesen Springbrunnen sitzen sehe und sie unterhalten sich einfach nur und verabschieden sich dann mit diesem süßen kleinen Kuss, oder wie sie ihm am Ende halbherzig versucht zu überzeugen, dass es nichts wird mit ihnen, und sie wütend auf ihn ist… Ja, dann geht mein kleines Kitschromantik-Herz auf. Dann liebe ich den Film.

Vielleicht muss man sich auf manche Filme erst richtig einlassen, die Dialoge auf sich wirken lassen – die ich nach dem nunmal 3. Sehen auf Englisch durchaus für großartig halten, zumindest in einigen Szenen – vielleicht ist es bei manchen Filmen wirklich Liebe auf den zweiten Blick…

Last Chance Harvey bei Amazon

Die Arroganz der Studierten

•27. November 2009 • 1 Kommentar

Eins vorneweg – ich habe weder etwas gegen Studenten noch gegen Studierte, das Ganze hier wird nur eine nette kleine Anekdote aus meinem Arbeitsalltag. Wer studiert, schön und gut, soll er machen, find ich gut – ich wollte es nicht, habe es nicht und werde es auch in absehbarer Zeit nicht tun. Das heißt aber nicht, dass ich dümmer bin als ein Studierter im Allgemeinen, dumme Menschen gibt es überall. Soviel zum Vorwort. Nun zur konkreten Situation.

Es trug sich zu vor einigen Tagen, da kam es zu einem kleinen Streitgespräch mit einer Kollegin, ihres Zeichens Ärztin. Die gute Frau fiel schon öfters durch ihre Ansichten auf, dass die Ärzte bei uns ganz oben in der Hackordnung stehen und das Fußvolk aka Schwestern und Dok-Assistenten wie ich deutlich weiter unten. Schließlich wäre unser Bildungsstand auch niedriger. Madame ist sich auch zu fein, mal etwas zu kopieren oder in eine Akte einzuheften, schließlich wird ihre Arbeitszeit mehr bezahlt und die sollte sie zum Wohle der Firma ja besser nutzen, also darf das Fußvolk so etwas übernehmen.

Diesmal kam sie mit einem Zettelchen an, das sie gern gescannt hätte – das funktioniert bei uns wunderbar über den Kopierer, man muss nur wissen wie. Da Madame ja offenbar auch nach dem Motto „einmal schön dumm gestellt, viel Arbeit gespart“ lebt, weiß sie natürlich nicht, wie das geht, und will mir das in die Hand drücken. Daraus entstand dann in etwa folgender Dialog…

Ich: Das ist ganz einfach, ich zeig Ihnen das gleich mal, und dann können Sie es beim nächsten Mal selber machen.
Fr. Doktor: Sie können mir das gerne zeigen, aber Sie machen das mal bitte trotzdem für mich.
Ich: Na aber wenn Sie dann wissen, wie es geht, brauch ichs doch nicht nicht mehr machen.
Fr. Doktor: Es ist aber Ihre Aufgabe als Studienassistent, uns Ärzten solche Arbeiten abzunehmen.
Ich: Ich bin aber nicht Ihr persönlicher Kopierassistent.
Fr. Doktor: Naja, aber ich kann dafür andere Aufgaben machen, die Sie nicht können, ich hab ja studiert.
Ich: Ich bin aber trotzdem nicht Ihr Pampel.
Fr. Doktor: Naja, wenn Ihnen Ihre Arbeit hier nicht gefällt, hätten Sie eben auch Medizin studieren müssen.

So ging das noch ein bisschen hin und her und ich kochte… Diese Frau macht mich wahnsinnig, das Schlimme an der ganzen Sache ist allerdings, dass die immer totaaaal nett bleibt und freundlich-dümmlich vor sich hinlächelt und man sich mit der nicht mal ordentlich anschreien kann… Nun ja, wie auch immer, auf jeden Fall freue ich mich auf den Moment, wenn sie mal wieder zu mir angedabbelt kommt und irgendein Problemchen mit ihrem PC hat aka „ahhhhh Frau S., meine Maus geht nicht“, und ich ihr dann ganz unschuldig mitteilen kann, dass ich ihr da überhaupt nicht helfen kann, da ich ja schließlich nicht studiert habe…

Jedenfalls ist diese Geschichte kein Einzelfall, weder bei mir auf Arbeit, noch sonstwo. Es gibt einige meiner alten Mitschüler, die blicken mich heute noch mitleidig an, weil ich nicht studiert habe, sondern lieber nach der 10. Klasse vom Gymnasium runtergegangen bin, um eine Ausbildung zu machen, was ich bis heute nicht bereut habe. Ich bin mit 20 bei meinen Eltern ausgezogen, in eine eigene Wohnung, und kann seitdem tun und lassen, was ich will. Einige meiner alten Mitschüler lassen sich jetzt noch von Mutti durchfüttern und planen, die nächsten 5 Jahre weiterzustudieren, weil ihnen nichts Besseres einfällt. Und dann werde ICH bemitleidet, weil ich was Niederes wäre? Muss ich die erst alle dran erinnern, dass ich in unserer Klasse damals die Zweitbeste war und alle immer zu mir anlatscht kamen, wenn sie in einigen Fächern keinen Plan hatten? Das nervt mich einfach. Ich bin nicht dümmer/schlechter/ungebildeter, nur weil ich nicht studiert habe – sicher ist mein medizinisches Wissen nicht so groß wie das der lieben Frau Doktor, dafür mach ich aber ihre statistischen Auswertungen, von denen sie keinen Plan hat und style ihre Präsentationen und Kongress-Poster, weil sie davon keinen Plan. Und ich hab weder Statistik noch Design studiert. Bei dieser Arroganz könnt ich kotzen.

Verloren in Prag – ein mehr als schräger Traum letzte Nacht.

•26. November 2009 • 1 Kommentar

Wir befinden uns offenbar in Prag. Meine beste Freundin ist plötzlich das Kind eines Grafenehepaares, die eine riesige Villa haben, aber ich bin schlecht drauf, da ich mal wieder eine Absage auf eine Bewerbung bekommen habe. Frau Gräfin hält grad Kaffeekränzchen mit ihren Freundinnen, und als sie mich sieht, zerrt sie mich zu ebendiesen, um mich begeistert vorzustellen, doch da ich enorm genervt bin, raste ich völlig aus, wonach mit Herr Graf hochkannt rauswirft. Daraufhin irre ich durch die Stadt auf der Suche nach dem Bahnhof und komme an einem Zirkus vorbei, und letztendlich finde ich den Bahnhof und will nach Hause fahren, doch plötzlich werden alle abgeholt und in ein Hostel gebracht. Dieses wurde offenbar zum Flüchtlings-Auffanglager umfunktioniert und wir können nicht zurück nach Deutschland. Im Hostel treffe ich meine zwei Lieblings-Kolleginnen von mir, doch die meiden mich auffällig und tuscheln die ganze Zeit über mich. Ihre Betten suchen sie sich auffällig weit von mir weg und wollen offenbar nichts mit mir zutun haben. Was genau eigentlich los ist, erfahren wir nicht, und ich bin verzweifelt auf der Suche nach einem interntfähigen PC, und dann treffe ich den Typen, der gestern auf Arbeit die neuen Telefone angeschlossen hat, er fragt, wozu ich Internet will, woraufhin ich antworte, dass ich unbedingt twittern muss, was hier abgeht. Er lacht nur und meint, das wäre jetzt nicht möglich – Informationssperre und so. Also will ich per SMS twittern, aber das geht auch nicht… und dann wache ich auf.

Traumdeuter unter euch? Was soll mir das Ganze sagen? ;)

Egal war wichtig

•26. November 2009 • Kommentar verfassen

Selten hat mich ein Buch zum Weinen gebracht, und schon gar nicht Kurzgeschichten. Ich bin kein Kurzgeschichtenmensch, ich brauche Charaktere, detailliert, und ich brauche Handlungen, detailliert. Aber manchmal brauche ich das nicht, dann reicht mir der Magnolia-Soundtrack, ein Buch wie Erdbeerflecken von Mia Bernstein und eine Flasche Weißwein. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich zuletzt allein zu Hause Wein getrunken habe. Alkohol muss für mich zur Situation passen – Cocktail geht auf Partys, Wodka geht zum sinnlos Betrinken, Bier geht abends zum Erholen nach der Arbeit oder mit der besten Freundin. Wein hatte nie eine Bedeutung, den gibt’s nur auf Dienstessen, wenn man nicht die einzige Frau mit einem Glas Bier am Tisch sein will. Aber nach den ersten fünf Seiten von Erdbeerflecken wusste ich, dass ich jetzt ein Glas Wein brauchte, weil er einfach zu diesen Texten, der melancholischen Musik und der angenehmen Wärme meines Bettes passte – nein, gehörte. Und so verbringe ich die Zeit, in der ich eigentlich schlafen sollte, damit, einem Glas in der Hand im Bett zu sitzen und mich völlig in diesen Texten zu verlieren, die einen Teil in mir berühren, dem ich nur selten erlaubte, herauszukommen. Und ich verfluche die Tatsache, dass ich diese Texte mit niemanden aus in meiner Umgebung auf diese Weise teilen kann, weil ich nur zu genau weiß, dass sie doch nicht verstanden werden. Und dann wünsche ich mir wieder, mehr wie alle anderen zu sein, die sich nicht von ein paar Kurzgeschichten so berühren lassen, dass das Herz schwer wird, und man nicht weiß, wie man so am nächsten Morgen noch aufstehen soll…

Erdbeerflecken von Mia Bernstein

Neubeginn

•26. November 2009 • Kommentar verfassen

Ja, warum ein neuer (neues?) Blog? Beim alten habe ich seit einiger Zeit ein klitzekleines Spam-Problem, und ich bin es leid, da jeden Tag 30 neue Spam-Kommentare zu löschen, außerdem wollt ich schon immer mal mit WordPress und überhaupt… Vielleicht ist es eine Motivation für, demnächst wieder etwas häufiger zu schreiben, schauen wir mal. Erstmal muss ich mich mit der ganzen Sache hier auseinandersetzen.

Und warum dieser Titel? Wegen einem meiner Lieblings-Filmzitate…

You – you just dive in wherever, deep end, whoosh.
But I’m not your bloody swimming pool…

(Last Chance Harvey)

Joa…